Tag 32

Ich habe keine Chance – das Wasser kommt im Laufe der Nacht von überall ‘rein… an den Seiten steht es zwischendurch immer wieder in Pfützen auf meiner Unterlage, weil’ s von den Seiten herein läuft, meine Matte auf der ich schlafe, saugt sich immer weiter voll und der Schlafsack ist irgendwann von aussen richtig pitschenass, weil meine Plane bei diesem dauernden Starkregen einfach durchlässig wird – es regnet also irgendwann dauernd von innen und von außen.
Immer wieder lasse ich während der Nacht das Wasser von meiner Unterlage ablaufen und verkrieche mich so gut es geht -mit meinem “Klamottensack”, den ich noch meinem Rucksack gekramt habe, bevor dieser ebenfalls baden ging – in meinen Schlafsack und ziehe mir die Kapuze über den Kopf. Dieser wird auch von innen immer klammer und irgendwann kriechen mir Kälte und Nässe einfach bis im die Knochen.

Gegen 4 Uhr morgens sende ich per What’s App einen “SOS- Ruf” an Silvia Leuschner aus Flensburg: “Wenn du das hier morgen früh liest, dann komm’ doch bitte und rette mich.”

Meine Reise findet ein jähes und sehr nasses Ende…aber darüber kann ich mir jetzt gerade überhaupt keine Gedanken machen…
Kurz nach acht am Montag morgen klingelt mein Handy – Silvia sitzt schon im Auto ist auf dem Weg zu mir! – die Gute hat sich sofort auf die Socken gemacht, um mich aus meiner wirklich nicht gerade angenehmen Lage zu erlösen und ich atme einfach nur noch erleichtert auf. Beim Zusammenpacken brauche ich auf nichts mehr zu achten – es ist alles klöternass, das Wasser läuft mir den Rücken runter und selbst das Innere meiner Schuhe habe ich nicht retten können.

Während ich mir meinen Weg aus meinem “letzten Wald” suche, merke ich, wie ich immer zufriedener werde: “Ja, es ist gut. Ich hatte keine 50 km mehr bis zu meinem Ziel… Aber es ist gut.
Silvia sammelt mich irgendwo auf der Strasse ein und wir fahren los….

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