Tag 26 – Das Wochenende (Tag 23/24)

Kein Wunder, dass vorletzte Nacht -Freitag auf Samstag – so viel los war auf meiner “Bauminsel” inmitten all der Felder… als ich nach einigen sehr unruhigen Nachtstunden mein Lager abgebaut hatte und mich wieder auf den Weg machte, entdeckte ich beim Verlassen der “Insel” ein Schild mit der Aufschrift: “Wildruhezone – Hunde bitte anleinen” …..hm… jedenfalls stand da nicht: Menschen dürfen hier nicht schlafen…Glück gehabt! :-)

Nach dieser aufregenden Nacht gab es für mich – Samstag auf Sonntag – nochmal einen trockenen und sicheren  Schlafplatz  bei Jutta Sauthof aus dem Hannoverschen Raum – auch eine liebe Kollegin, hatte sich ebenfalls bei mir gemeldet und mir ihre Hilfe angeboten – und ich habe sie auch dieses Mal wieder angenommen. Denn obwohl ich inzwischen besser mit meinem Fuß laufen kann und das Gewicht des Rucksacks mich nicht mehr ständig in die Knie zwingt ( nur noch hin und wieder ), merke ich dennoch bei jeder Etappe, die ich unterwegs bin, wie anstrengend das für meinen Körper ist – der ja in den letzten 30 Jahren, außer Sofa – Auto – und Bürostuhlsitzen, keine weiteren “Anstrengungen” kennt :-).  Natürlich war ich während dieser Jahre auch mal in einem Fitness-Studio angemeldet; ich war da dann so etwas wie ein stiller Teilhaber….. also dem Studio hat es nicht geschadet…
Aber jetzt merke ich natürlich schon meine Muskeln und Knochen, Bänder und Sehnen, die hin und wieder  schreien: “Lass uns einfach in Ruhe! Wir wollen nicht!”
Es ist ja nicht nur das Laufen und Schleppen – wenn ich draußen unterwegs bin und auch lagere, dann liege ich mit meinem verhunzten Rücken auf einer maximal 5 cm “dicken” Matte auf unebenem Boden und verrichte auch alle meine Dinge – wie z.B. Fuß verbinden, essen, trinken oder Berichte schreiben – entweder im Liegen oder auf dem Boden sitzend… und auch das ist nicht einfach.
Deshalb habe ich auch dieses Mal nicht ‘Nein’ gesagt, als Jutta mich am Samstag, kurz vor dem Maschsee in Hannover, “aufgegriffen” hat und mich heute, Sonntag, etwas nördlich wieder ausgesetzt hat. Ich war heilfroh, dass ich nicht durch diese Stadt laufen musste! Kleinere Ortschaften sind mir schon ein Greuel!!
Ich danke dir, Jutta, an dieser Stelle nochmal ganz herzlich, dass du trotz deiner ungeheuren Hilfe, die du gerade zu diesem Zeitpunkt in deinem Freundeskreis leisten müsst, dich auch noch um mich gekümmert hast!
Mein ganz großer Dank gilt auch nochmal Andrea aus Bockenem – wie bei Jutta – für Sorge, Fürsorge und Hilfe!
Ihr wart vorläufig meine letzten “Engel”… ich hätte durch Jutta für Dienstag noch eine Adresse in Schwarmstedt gehabt,  aber da laufe ich morgen (Montag) schon dran vorbei. So ist die “Engelreihe” erst einmal zu Ende …

Was ich ein bisschen seltsam finde: Alle, die mir bisher geholfen haben, habe ich entweder selbst gefunden — : Gabi und Franz auf dem freundlichen Hof vor der Iller-Hängebrücke und das nette Pastorenehepaar, das mich im Gemeinderaum aufgenommen hat — oder sie haben mich gefunden —: die liebe Christa, die mich gleich zu sich nach Hause gebracht hat, damit ich essen und mich waschen konnte, bevor sie mich gleich nach Kitzingen brachte und dann all die “Glücksgartenengel”, die ALLES daran setzten, mich irgendwie wieder aufzupäppeln — oder aber es waren all die lieben Kollegen, die mich hier “verfolgten” und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort waren, um mir zu helfen….. KEIN EINZIGER  SOGENANNTER “FACEBOOKFREUND” war darunter!! Trotz mehrfacher Hilferufe in diversen Gruppen…
Es ist also genau wie ich es in meinem Intro auf www.sunnysmile.cool geschrieben habe: auf Facebook wird gelikt, im wahren Leben ist davon nicht viel übrig…?

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